Instant Kaffee – Qual oder Segen?

Über Geschmack lässt sich streigen, über den löslichen Instantkaffee auch. Ja, er ist schneller zubereitet und länger haltbar – doch zu welchem Preis?

Was ist denn eigentlich Instantkaffee?

Ist das Cappuccinopulver, das sich mit heißem Wasser kinderleicht zu einem wohlduftenden Heißgetränk aufgießen lässt, Instantkaffee? Wir unterscheiden an dieser Stelle klar zwischen Kaffee und Nicht-Kaffee. Pülverchen, deren Bestandteil vordergründig Zucker – übrigens oft getarnt als Süßmolkepulver oder Glucosesirup – Aromen oder Stabilisatoren sind, zählen wir nicht dazu. Oftmals ist in diesen Getränken nicht nur der Koffeingehalt deutlich reduziert, sondern sogar gar kein Espresso enthalten.

Das Reinheitsgebot garantiert dass auch in der fast trinkfertigen Variante ausschließlich reiner Kaffee zum Einsatz kommen darf. Zusatzstoffe sind tabu. Enthalten ist vielmehr Röstkaffee, in stark konzentrierter Form als Trockenextrakt in Granulat- oder Pulverform. Bei der Herstellung wird Rohkaffee bei ca. 200 Grad  geröstet. Nachdem die Bohnen grob gemahlen wurden, geht es ans Extrahieren des Mahlguts. In einem aufwendigen Herstellungsprozess werden die unlöslichen Komponenten bei Druck und Temperaturen von erneut rund 200 Grad in Seperatoren entfernt. Als sogenannter „Dünnsaft“ verlässt der Extrakt den ersten Teil der Maschinerie, um im Anschluss zu „Dicksaft“ verarbeitet zu werden. Im letzten Schritt kommt eine der verschiedenen Trocknungsvarianten zum Einsatz, zum Beispiel die Sprüh- oder Gefriertrocknung.

Was ist nun besser? Instant oder nicht?

Tut mir leid, diese Frage können nur Sie selbst beantworten. Was objektiv jedoch zu beurteilen ist, ist der Koffeingehalt? Rund die Hälfte des Koffeingehalts im Vergleich zu herkömmlichen Kaffee ist in der Instant-Variante enthalten. Wer also morgens den Muntermacher benötigt, sollte den Kaffee lieber konventionell mit der Maschine brühen. Ebenso sollten diejenigen mit einem empfindlichen Magen ihren Kaffee sorgfältig auswählen. Im industriellen Umfeld werden Kaffeebohnen meist schnell und bei hohen Temperaturen geröstet. In kleinen Röstereien dauert der Röstvorgang meist deutlich länger – und ist so magenfreundlicher als der Industriekaffee. Auch Kaffeekapseln und -pads müssen sich diese Kritik gefallen lassen, ebenso wie die Mehrzahl der industriellen Bohnenkaffees. Schließlich wäre eine lange Röstdauer für den Massenmarkt zu aufwendig und schließlich zu teuer. Doch zurück zum Koffeingehalt: Mag dieser in Instantkaffees deutlich geringer sein, halten sich herkömmlicher Bohnenkaffee, Kaffekapsel und Pad die Waage.

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